Holzwurm_Loch

Gewissheit auf den zweiten Blick

Wir sind beide schon häufig umgezogen und nicht selten war auch ein Makler mit im Spiel. Wir erwarteten somit das übliche Schaulaufen mit Lob auf dem höchstem Niveau. Doch es kam anders als gedacht.

Der Makler führte uns rund um das Haus herum und durch das Objekt hindurch. Hier ist ein Riss in der Wand, hier kommt der Sturz runter, hier lebt ein Holzwurm, hier ist die Wand nass, hier ist Schimmel an der Decke…. die Fehler und Mängel des Hauses wurden uns quasi auf dem Silbertablett präsentiert, ließen uns jedoch fast kalt. Nichts davon war für uns ein Grund, Distanz zu nehmen. Da an dem Tag aufgrund einer fehlenden Leiter die Besichtigung des Dachstuhls nicht möglich war, verabredeten wir einen weiteren Termin, zu dem wir dann auch drei Fachmänner aus dem Familien- und Freundeskreis luden, um sich einen Eindruck zu verschaffen.

Ein Urteil – zwei Meinungen

Das Urteil unserer Fachmänner fiel gleich aus: Schönes Objekt, aber es wäre viel Arbeit und viel Geld nötig, um es auf einen vernünftigen Stand zu bringen. Vielleicht sollten wir doch erst einmal weitersuchen, um es uns einfacher zu machen. Wir zwei waren jedoch zuversichtlich. Das Haus konnte im bewohnten Zustand renoviert werden, nichts war so, dass es definitiv in den nächsten Monaten fällig war und die finanzielle Situation sah bei uns ganz gut aus. Würden wir den Kaufpreis noch um ein Fünftel senken können, wären wir bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. Größte Problemzone schien das Dach zu sein, hier waren die meisten Bohlen des 150m² großen Dachbodens marode und machten eine Begehung unmöglich. Um das Dach ordnungsgemäß zu dämmen, würden diese ausgetauscht werden müssen. Alle anderen Renovierungen und Sanierungen waren dagegen Kleinigkeiten und würden zum größten Teil von uns selbst vorgenommen werden.

So entschieden wir uns: Wir wollen es haben! Wir machten ein Angebot, das wenige Tage später angenommen wurde.

Kommentar hinterlassen